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Montag, 21. November 2016

"Anonym" von Ursula Poznanski und Arno Strobel [Rezension]





Preis:  19,95 € (Hardcover) / 16,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 384
Reihe: Fall 1 von ? (in sich abgeschlossen)
Erscheinungstermin: 21. September 2016
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-5085-6


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Klappentext
Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr...

Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums "Morituri". Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben...



(© https://www.rowohlt.de)


Über den Autor 

Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie war als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem fulminanten Erfolg ihrer Jugendbücher "Erebos", "Saeculum", Layers" etc. landete sie bereits mit ihrem ersten Thriller "Fünf" auf den Bestsellerlisten. Bei Wunderlich folgten "Blinde Vögel" und "Stimmen" sowie zusammen mit Arno Strobel der Bestseller "Fremd". Ursula Poznanski lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Wien.



Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und

arbeitete lange bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg bis er sich an das Schreiben von Romanen wagte. Mit seinen Psychothrillern "Der Trakt", "Das Wesen", "Das Skript", "Der Sarg", "Das Dorf", "Die Flut" etc.erklomm Strobel die Bestsellerlisten. Mit Ursula Poznanski zusammen schrieb er den Bestseller "Fremd". Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.
(© https://www.rowohlt.de Fotos © Gaby Gerster)


Inhalt
Gibt es jemanden, den du nicht ausstehen kannst und den du loswerden willst? Dann nominiere ihn doch bei "Morituri", einer Website im Darknet, und wer weiß, vielleicht wird der Wunsch wahr. Die User müssen nur abstimmen und schon bist du die Person los. Aber kannst du dann auch damit leben?

Kaum ist Nina Salomon in Hamburg angekommen, muss sie auch schon mit ihrem neuen Kollegen Buchholz zu einem brisanten Fall. Nach einer Abstimmung in einem Forum werden Menschen getötet - nachdem die User für ihn abgestimmt haben. Doch die Anoymität des Internets und vor allem des Darknets machen es nahezu unmöglich an den Täter heranzukommen. Wie viele Menschen werden noch durch die Klicks der User sterben und wer wird es sein? 

Eigene Meinung

Nachdem ich „Fremd“ von den beiden Autoren quasi verschlungen hatte, musste ich „Anonym“ natürlich auch haben. Dieses Mal geht es um ein ganz neues Ermittlerduo, welches unterschiedlicher nicht sein könnte.

Daniel Buchholz und Nina Salomon treffen neu aufeinander, nachdem Nina sich versetzen gelassen hat. Anfangs kriselt es heftig zwischen den beiden und keinen Schlagabtausch lassen sie aus, was aber auch recht amüsant ist. Natürlich raufen sie sich irgendwann zusammen, aber der Weg dorthin ist lang und hält so einige Überraschungen bereit.

Buchholz ist der typische Spießer mit Jaguar. Im Laufe der Zeit erfährt man aber, warum das so ist, was ihn gleich im einiges sympathischer macht. Tatsächlich mochte ich ihn im Laufe des Buches immer mehr, bis er mir schließlich richtig ans Herz gewachsen ist.

Nina Salomon ist alles, aber eins nicht: Auf den Mund gefallen. Ihre Schlagfertigkeit hat mich öfter zum grinsen gebracht und sie mochte ich eigentlich von Anfang an. Auch hier erfährt man im Laufe des Buches warum sie so eine harte Schale hat, die den doch recht weichen Kern verhüllt.
Für mich persönlich passen die beiden als Team gut zusammen, genauso wie Arno und Ursula.

Anders als bei „Fremd“ merkt man hier deutlich, dass die Geschichte, welche aus den Sichten von Daniel und Nina geschildert wird, von zwei verschiedenen Personen geschrieben wurde. Dies habe ich jedoch als sehr angenehm empfunden, da es widerspiegelt, wie unterschiedlich die beiden sind. Ich würde schätzen, dass Arno Daniel übernommen hat und Ursula Nina, wer weiß, vielleicht erfahre ich es ja irgendwann mal.

Der Schreibstil von beiden ist sehr angenehm und die Story schreitet in einem sehr angenehmen Tempo voran. Die Spannungskurve verläuft wie eine Berg- und Talfahrt, da es nicht nur einen Mord gibt und man immer wieder gepackt wird. Vor allem der Showdown lässt die Kurve nach oben schnellen. Während dieser Seiten hätte das Haus brennen können, ich hätte nicht aufgehört zu lesen. Einfach Wahnsinn, auch wenn man sich den Ausgang denken kann, wenn man die Klappe aufmerksam gelesen hat.
Leider muss ich anmerken, dass ich dieses Mal nicht erst auf der letzten Seite erfahren habe wer der Täter ist, sondern schon etwa 40 Seiten vor Schluss *lach*. Bis dahin bin ich wirklich im Dunkeln getappt und lag mit sämtlichen Vermutungen falsch. Aber die Lösung gefällt mir wirklich gut und Hut ab, dass die beiden es wieder einmal geschafft haben mich über 300 Seiten in die Irre zu führen.

Die Art, wie der Täter in diesem Buch vorgeht ist einerseits grausam, aber beiden Autoren verstehen es nicht zu blutig zu werden. Das, was die dem Leser als Kopfkino einpflanzen, reicht schon.

Erschreckend ist, dass ich mir vorstellen kann, dass, wenn es dieses Forum wirklich geben würde, der Verlauf ganz ähnlich wäre, denn wie Arno Strobel und Ursula Poznanski in dem Buch mehrfach behaupten: Der Mensch ist sensationsgeil geworden.

Amüsiert hat mich, dass das Buch in Hamburg spielt und ich dieses Jahr erst an mehreren Spielorten dieser Geschichte war. Vor allem in der Nähe des Showdowns und ich bin mir sicher dass ich, wenn ich das nächste Mal wieder in Hamburg bin, ganz sicher wieder an „Anonym“ denken werde.

Passender Weise zeigt das Cover auch einen Teil des Hamburger Hafens (vermute ich zumindest) in einem düsteren Licht und lässt das ganze recht schaurig erscheinen. Auch die Haptik des Umschlags ist rauer als normal, was mir ebenfalls gut gefällt.



Fazit
Ein wahnsinnig guter Thriller mit einem sympathischen Ermittlerduo, von dem wir hoffentlich noch viel lesen werden. Spannend bis zum Schluss und durchaus Fingernagelgefährdend. Arno, Ursula, macht so weiter!




Empfehlung
Wer gute, spannende Thriller mag, der kann „Anonym“ bedenkenlos in die Hand nehmen.

Bewertung  








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