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Freitag, 17. März 2017

"Helix - Sie werden uns ersetzen" von Marc Elsberg [Rezension]




Preis:  22,99 € (Hardcover) / 18,99 € (eBook)
Seitenanzahl:  648
Reihe: Einzelband
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0564-6


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Klappentext

Haben Sie die Gene zum Überleben?

Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …



(© https://www.randomhouse.de)


Inhalt
Genmanipulation ist in unserer heutigen Gesellschaft allgegenwärtig - ohne dass wir es mitbekommen. Aber was ist, wenn wir einen Schritt weitergehen? Genmanipulierte Menschen? Killerviren die gezielt Menschen töten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die Menschheit wie wir sie kennen ist in ihrer Existenz bedroht.
  
Eigene Meinung

Mit "Helix - Sie werden uns ersetzen" ist nun das dritte Buch von Marc Elsberg erschienen. Das Thema der Genmanipulation ist hoch aktuell und der Klappentext klingt einfach mal mega gut. Allerdings muss man auch wissen auf was man sich bei Marc Elsberg einlässt ;-)

Anfangs fand ich das Buch mit seinen drei Erzählsträngen und teilweise sehr kurzen Kapiteln verwirrend und anstrengend. Nach einer Weile blickt man dann jedoch ganz gut durch und es dauert gar nicht so lange, bis sich zumindest zwei der Erzählstränge überkreuzen, auch wenn sie noch nicht ganz ineinander übergehen.

Der Hauptstrang dreht sich um die Agentin Jessica Roberts, welche eine Task Force zur Untersuchung des im Klappentext erwähnten Mordes leitet.
Dieser Strang ist auch durchaus der interessanteste und gleichzeitig komplizierteste, denn schon bald bekommt man einige wissenschaftliche Details "um die Ohren gehauen" und muss da erstmal durchblicken. Wenn man dies aber geschafft hat und dem Ganzen folgen kann, dann ist die Geschichte hochinteressant und erschreckend zugleich.

Jessica war mir von Anfang an sehr sympathisch, da sie zum einen sehr Zielgerichtet ist und eine wirklich harte Schale hat, zum anderen blitzt ihr weicher Kern immer wieder durch und lässt sie menschlich erscheinen. Leider hat man es in solchen Büchern oft, dass die Ermittler knallhart sind und einfach funktionieren.
Bei Jessica kann man vieles sehr gut nachvollziehen und ganz ehrlich, ich möchte zu keiner Zeit in ihrer Haut stecken.

Am unsympathischsten fand ich Helen und Greg, welche sich anfangs nur für eine künstliche Befruchtung interessieren und schließlich vor die Wahl gestellt werden ob sie ein "klassisches" oder ein "modernes" Kind bekommen wollen. Ich kann nicht mal so richtig sagen warum, aber ihre Entscheidungen sind für mich absolut nicht nachvollziehbar und Helen hat mich bis zum Schluss sehr genervt.

Die gewählte Thematik rund um genetische Manipulation ist extrem interessant und es ist erschreckend wenn man bedenkt, was in ein paar Jahren alles möglich sein könnte oder vielleicht wirklich schon möglich ist, ohne dass jemand davon weiß.
Genmanipulierten Mais haben wir ja schließlich auch schon, also warum nicht auch in 10 Jahren genmanipulierte Menschen?
Wenn ich den Gedanken einfach mal weiterspinne, da stellen sich bei mir die Nackenhaare auf und eine Gänsehaut gesellt sich noch dazu.
Viel von dem "gelernten" kann ich zwar nicht mehr wiedergeben, aber es ist schon Wahnsinn wozu die Wissenschaft fähig ist.
Ich unterstelle jetzt auch einfach mal, dass Elsberg hier richtig gut recherchiert hat, denn sowas saugt man sich nicht einfach so aus den Fingern.

Was mir absolut nicht gefallen hat ist das Ende. Irgendwie ging alles so hoppla hopp und richtig aufgeklärt wird es auch nicht. Diverse Fragen stellen sich am Ende erst und die bleiben dann auch noch offen. Zum Beispiel ist am Ende die Frage da, ob eine Handlung auf den letzten Seiten eine Falle war oder nicht. Diese Frage bleibt aber offen im Raum stehen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, allerdings handelt es sich hierbei nicht unbedingt um leichte Kost. Man muss schon sehr konzentriert sein beim lesen um sämtliche Zusammenhänge zu verstehen.
Vieles ist sehr wissenschaftlich, aber das macht dieses Buch für mich aus. Große Action tritt zwischendurch nur sehr wenig auf. Einzig das Ende ist Spannungsgeladen und rasant.
Deswegen schrieb ich am Anfang, dass man wissen muss auf was man sich einlässt um am Ende nicht enttäuscht zu werden.

Die Aufmachung ist sehr schlicht, aber trotz allem aussagekräftig. Mit der leuchtend gelben Schrift auf schwarzem Grund macht es auf jeden Fall auf sich aufmerksam.



Fazit
Ein gutes, sehr wissenschaftliches Buch zu einem sehr aktuellen Thema. Leider fand ich das Ende absolut unbefriedigend und viel zu offen.
Zudem hat mich ein Handlungsstrang komplett genervt, auch wenn er für die Entwicklung wichtig war. Alles in allem ziehe ich hier anderthalb Sterne ab.


Empfehlung
Wer gerne Bücher mit wissenschaftlichem Hintergrund liest und nicht auf den "Endzeit-Thriller" aus ist, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Das Thema Genmanipulation ist richtig interessant und in diesem Buch auch gut veranschaulicht.



Bewertung  




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