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Sonntag, 7. Mai 2017

"Don´t kiss Ray" von Susanne Mischke [Rezension]




Preis:  12,95 € (Taschenbuch) / 9,99 € (eBook)
Seitenanzahl:  320
Reihe: Einzelband
Erscheinungsdatum: 07. April 2017
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-74026-5

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Klappentext

Am Waffelstand eines Musikfestivals lernen Jill und Ray sich kennen und zwischen ihnen funkt es sofort. Leider fällt das verabredete Date einem Gewittersturm zum Opfer und Jill stellt sich darauf ein, dass sie Ray nie wiedersehen wird – nur um später, beim Konzert der Nachwuchsband „Broken Biscuits“, aus allen Wolken zu fallen: Der Leadsänger der Band, dessen Poster (nicht nur) die Wand ihrer besten Freundin schmückt, ist kein anderer als Ray! Und damit nicht genug: „Hallo, Mädchen mit der Puderzuckernase, falls du da bist … Tut mir leid, dass es vorhin nicht geklappt hat. Versuchen wir es morgen noch mal?“, ruft er ins Publikum. Und handelt sich und Jill ungeahnte Probleme ein: Nicht nur, weil Ray laut Vertrag keine Freundin haben darf, sondern vor allem, weil ein fanatischer Fan die beiden fotografiert hat und im Netz eine wahre Hetzjagd lostritt. Jill und Ray müssen sich trennen, bevor ihre Beziehung richtig begonnen hat, doch vergessen können sie sich nicht …

(© https://www.dtv.de)


Inhalt
Gemeinsam mit ihren Freunden fährt Jill zu ihrem allerersten Festival. Alles steht im Zeichen von Musik und Party. Kurz nach ihrer Ankunft wird Jill auserkohren um für die gesamte Meute Essen zu besorgen. Aus diesem Umstand heraus lernt sie Ray kennen und sofort passt die Chemie zwischen ihnen, denn Jill hat nicht die leiseste Ahnung wer Ray ist.
Erst bei seinem Konzert fällt es ihr wie Schuppen von den Augen, doch da ist es bereits zu spät. Ein Fan hat sie und Ray miteinander fotografiert und augenblicklich beginnt eine regelrechte Hetzjagd auf sie, denn weibliche Fans können richtig eklig sein.
Trotz allem kann sie Ray nicht vergessen. Ob es ihm genauso geht? Hat ihre Liebe trotz der eifersüchtigen, und zu allem bereiten Fans, eine Zukunft?
 
   
Eigene Meinung
In der letzten Zeit lese ich vermehrt Bücher für jüngere Zielgruppen. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass ich den Kopf mit anderen Dingen zu voll habe.
Jedenfalls habe ich mich genau aus diesem Grund für "Dont kiss Ray" entschieden.
Der Klappentext klingt nach einer locker leichten Geschichte bei der man einfach mal abschalten kann.

Das Buch hat seine Wirkung nicht verfehlt, abschalten konnte ich wirklich. Es ist nicht sehr anspruchsvoll, das muss ich dazu sagen, aber um sich berieseln zu lassen ist es genau das richtige.

Anfangs fand ich die ganze Geschichte auf dem Festival noch sehr süß, aber sobald raus kam, dass Ray ein aufgehender Stern im Musikbusiness ist, da hörte der Spaß dann doch auf.

Gut fand ich hier, dass die Themen Mobbing und Internet-Hetze sehr gut aufgegriffen wurden. In unserem Zeitalter sind diese Themen leider an der Tagesordnung und viele Unterschätzen einfach, was so eine Hetze im Internet mit einem Menschen machen kann.
Auch wie diese Hetze in diesem Fall statt findet fand ich richtig krass. Zumal ich mir gut vorstellen kann, dass dies genau so passieren könnte, wenn ein fremdes und "normales" Mädchen auf einmal die Angebetete eines Teenieschwarms ist.

Was mir jedoch nicht so gut gefallen hat, das waren Rays Reaktionen. Um ehrlich zu sein ging er mir manchmal ganz schön auf den Nerv. Klar, er steckt in einer Zwickmühle, aber trotzdem. Und dass Jill ihm dann auch noch hinterherläuft wie so ein kleiner Dackel, naja, darüber lässt sich streiten...

Das Ende fand ich dann doch sehr überraschend und ich weiß nicht. Ob die Autorin nicht einfach nur Probleme hatte "das Ruder rumzureißen". So wirklich gefällt es mir nicht, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Wie schon angedeutet ist Jill mir persönlich als Charakter einfach zu naiv und Ray viel zu hörig. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr Stärke zeigt, auch gegen die Angriffe ihr gegenüber. Irgendwie vermittelt mir ihr Charakter den Eindruck, als wäre man gegen Mobbing und Hetze im Internet machtlos. Natürlich soll das kein Lehrbuch sein, aber ich schätze schon, dass man der Zielgruppe hätte vermitteln können, dass man sich wehren kann.

Die Nebencharaktere sind alle recht unscheinbar, die einzige, die etwas mehr Tiefe hat ist Fabienne. Anfangs konnte ich sie nicht wirklich leiden, aber im Laufe des Buches ist sie mir dann doch noch sympathisch geworden.

Der Schreibstil ist schön locker leicht und lässt sich gut zwischendurch lesen. Ab und an hatte das Buch mal seine Längen, aber es hielt sich in Grenzen.

Das Cover ist schön verspielt, so wie es auch der Klappentext von der Geschichte verspricht. Für mich persönlich passt das Zusammenspiel gut und es macht auf jeden Fall neugierig was sich hinter dem Buchdeckel verbirgt.

Fazit

Ein locker-leichtes Buch für Zwischendurch. Die Themen Mobbing und Internet-Hetze sind gut angeschnitten, aber leider fehlt mir hier der Aspekt, dass man sich dagegen wehren kann.
Die Charaktere und das Ende sind für mich stellenweise nicht stimmig, sodass ich hier leider ein wenig was bei der Bewertung abziehen muss.


Empfehlung
Ich würde das Buch Lesern ab 12 empfehlen, die auch gerade so in die Star-Schwärm-Phase kommen. Aber auch ältere Leser können durchaus ihren Spaß mit diesem Buch haben. 

Bewertung  




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