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Montag, 20. November 2017

"Zeitenzauber Trilogie" - Eva Völler [Reihen-Rezension]




Preis:  8,00 € (Taschenbuch) / 6,99 € (eBook)
Seitenanzahl:  336
Reihe: Band 1 - 3
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2014
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3843210706

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Klappentext

Die magische Gondel - Band 1
17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ...




Die goldene Brücke - Band 2 

 Nachdem Anna sich dem Geheimbund der Zeitwächter angeschlossen hat, lässt das nächste Abenteuer nicht lange auf sich warten. Mitten in ihrer Abiturprüfung ereilt sie eine Schreckensnachricht aus Paris: Sebastiano ist verschollen - und zwar im 17. Jahrhundert! Anna begibt sich auf eine gefährliche Reise und findet ihren Freund tatsächlich in Paris wieder. Doch es gibt ein neues Problem: Er hält sich für einen Musketier und hat keine Ahnung, wer Anna ist. Schafft sie es, seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen? 





 Das verborgene Tor - Band 3 


 Anna und Sebastiano sollten eigentlich nur einen Ingenieur nach London in das Jahr 1813 begleiten. Doch dort angekommen, erwartet sie eine weitaus gefährlichere Mission: Jemand versucht, sämtliche Zeitreise-Tore zu zerstören, und nur Anna und Sebastiano können es verhindern. Getarnt als Geschwister tauchen sie in die High Society des Londoner Adels ein. Auf Kutschfahrten und Tanzfesten müssen sie sich nicht nur gegen aufdringliche Verehrer wehren, sondern kommen auch möglichen Verdächtigen auf die Spur. Doch wer spielt tatsächlich ein falsches Spiel?

   
Eigene Meinung

Auf „Die magische Gondel“ wurde ich – ganz Cover Käufer – durch das Cover aufmerksam. Viel mehr brauchte es auch gar nicht, damit ich dieses Werk mein eigen nennen konnte. Da es sich auch noch um eine Zeitreisegeschichte handeln sollte konnte ich einfach nicht widerstehen.

Natürlich ist es eine Jugendbuch Reihe, und ebenso natürlich gab es gerade zu Beginn für mich den einen oder anderen Stolperstein zu überwinden, denn Anna ist doch sehr viel mehr Teenie als es die meisten Protagonisten in Young Aduld Büchern sind, die ich derzeit vermehrt lese.
Nichtsdestotrotz hatte mich Eva Völler sehr schnell von der Qualität ihrer Idee überzeugt. Venedig ist keine Stadt, in der ich mich oft aufhalte, egal ob in der Realität oder im Buchbereich. Überhaupt kommt Italien viel zu kurz und spätestens nach „Die magische Gondel“ sehe ich Venedig in einem neuen Licht und halt jetzt vermehrt Ausschau nach Büchern, die in dieser tollen Stadt spielen.

Neben Anna spielt Sebastiano eine tragende Rolle. Sebastiano seinerseits ist eigentlich Student und bessert nur sein Einkommen auf, indem er für José, den einäugigen Gondoliere der roten Gondel, arbeitet. Das ihn diese Jobs quer durch die Zeit und Epochen führt, macht einen großen Reiz seiner Stelle aus, und ist natürlich nicht für jeden ersichtlich.

Mit Anna macht Sebastiano in „Die magische Gondel“ einen ganz besonderen Fang. Sie verhält sich ganz und gar nicht so, wie er (und auch José) es von ungewollten Passagieren gewohnt ist und stellt die beiden damit vor eine neue Herausforderung in ihrem Job.
Auch privat ist Sebastiano sehr von Anna angetan und so kommt es, wie es kommen muss...

Im Lauf des ersten Bandes entdeckt Anna nicht nur ihre Leidenschaft für Geschichte und Venedig, sondern auch für Sebastiano. Sie muss lernen, anderen zu vertrauen und sie muss lernen, dass dieses Vertrauen nicht unbedingt immer angebracht ist. Zum ersten Mal in ihrem Leben stellt sie fest, dass Situationen oftmals viel komplexer sind, als sie sich auf den ersten Blick darstellen.

José Marinero de la Embarcacion und die alte Esperanza sind die kauzigsten Bekanntschaften, die Anna in Venedig schließt. Sie ist auf die Hilfe beider angewiesen, will sie zurück in ihre Zeit finden, und beide machen keinen Hehl daraus, dass sie ihr nicht mehr als unbedingt notwendig helfen wollen. Die beiden werfen mehr Fragen auf, als Anna im Stande ist Antworten zu finden, und auch Sebastiano, der seine eigenen Probleme zu lösen hat, kann ihr nicht immer helfen. So muss sie lernen selbstständiger zu werden und sich auf sich selbst und ihre Intuitionen zu verlassen.

Eva Völler schreibt unterhaltsam, fesselnd und hat die Gabe ihren Lesern vergangene Orte dermaßen faszinierend zu beschreiben, dass es einem leid tut, wenn man an das Ende von Band 1 gelangt. Anna und Sebastiano zu verlassen fällt schwer, beide sind so sympathisch, dass ich sie gerne weiterhin begleitet hätte. Auch (das alte) Venedig habe ich schon kurz nach dem ich „Die magische Gondel“ beendet hatte vermisst. Glücklicherweise gibt es ja noch zwei weitere Bänder in der Trilogie und so war das Wiedersehen mit Anna schneller da als gedacht.

Gemeinsam mit ihr habe ich mich auf die Suche nach der „goldenen Brücke“ gemacht und bin an ihrer Seite nach Paris gereist. Paris, ausgerechnet Paris! Ich mag diese Stadt überhaupt nicht und kann wirklich nicht nachvollziehen, was alle Welt daran findet … aber da Anna sich auf die Suche nach dem in der Zeit verschollenen Sebastiano machen musste, blieb mir nichts anderes übrig als ihr zu folgen.

Ein weiteres historisches Abenteuer erwartete uns – Sebastiano war dieses Mal der festen Überzeugung ein Musketier unter Kardinal Richelieu zu sein! Und wer kennt sie nicht, die charmanten Streiter aus Frankreich? Spätestens seit Alexandre Dumas und seinem Roman „Die drei Musketiere“ sind die Jungs bekannt wie bunte Hunde.
Nicht nur Sebastiano macht Scherereien, auch der französische „Kollege“ von Sebastiano scheint nicht ganz das zu sein, was er sein sollte. Zuverlässig bringt er Anna ins 17. Jahrhundert – und ebenso zuverlässig muss sie dort alleine klar kommen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man sich in der französischen Geschichte nicht so richtig auskennt...

Auch im zweiten Band der Zeitenzauber Trilogie besticht Eva Völler mit der Darstellung der Vergangenheit. Leser, die sich vor historischen Romanen schrecken, weil sie fürchten sie könnten langweilig, langwierig oder gar unverständlich bleiben, sollten es auf alle Fälle mit dieser Zeitreise Trilogie versuchen! Selbst Orte, die man sonst nicht auf seiner privaten „Muss ich dringend mal besuchen!“ Liste stehen hat, werden den Leser begeistern. Action und Spannung kommen nicht zu kurz und auch die Begegnungen mit den historischen Persönlichkeiten sind unterhaltsam und mitreißend geschildert. Es ist überhaupt nicht notwendig schon im Vorfeld Informationen zu der Zeit zu haben, in die Anna den Leser mitnimmt – alles notwendige gibt die Autorin mit auf den Weg. So gekonnt verpackt, dass es gar nicht auffällt, dass man gerade eine Geschichtsstunde bekommt.

Mit dem „verborgenen Tor“ endet dann diese Trilogie, in London des Regency, 1813. Dieses Mal agieren Anna und Sebastiano als Geschwisterpaar. Im ersten Moment eine gute Sache, doch schon bald wird beiden klar, dass es eher schwierig ist zuzusehen, wie dem jeweils anderen beständig eindeutige Avancen gemacht werden, die sogar eine mögliche Eheschließung nicht auslassen. Neben dem sowieso schon extrem schwierigen Fall, den Anna und Sebastiano in diesem Band lösen müssen, kommen auch Duelle im Morgengrauen und Verfolgungsjagden nicht zu kurz. Wussten die beiden schon häufiger nicht, wem sie nun eigentlich trauen können und wem nicht, kommt es in diesem Band noch genauer darauf an, wem sie was anvertrauen.

Und auch im dritten Band behält Eva Völler ihren hohen Standard bei. Historische Persönlichkeiten, fiktive Begebenheiten … die Autorin hat mich ein weiteres Mal vollkommen überzeugt.

Ich habe mich sehr über die mehrfache Erwähnung einer mir sehr liebgewordenen Autorin aus dem frühen 19. Jahrhundert gefreut – Jane Austen – und bin nachhaltig begeistert von der Atmosphäre und den Stimmigkeiten des Settings.

Natürlich sind Sebastiano und Anna im Verlauf der Reihe älter geworden. Von „weiser“ kann ich bei Anna nicht unbedingt sprechen. In Band 1 gerade mal 17 agiert sie mitunter mit ihren Anfang 20 im dritten Band auch noch oft genug sehr naiv.
Sebastiano ist von Anfang an besonnener, weniger emotional als seine Partnerin, doch auch ihm fehlt es an manchen Stellen an Reife. Diese Beobachtung erkläre ich mir mit dem Genre – es ist und bleibt ein Jugendroman, und die wenigsten Jugendlichen wollen wohl von spießigen ständig richtig agierenden Erwachsenen lesen. Insofern absolut verständlich und passend gewählt.

Mir persönlich ging es sowieso in erster Linie um das Zeitreise Element der Reihe. Teils neue Orte, teils bekannte, haben mich neugierig werden lassen, wie die Autorin mit ihnen verfährt. Und diese Orte konnte sie mir in jedem Band nahe bringen. „Die magische Gondel“ hat in mir eine Faszination für Venedig geweckt, die ich nicht für möglich gehalten hätte. „Die goldene Brücke“ fesselt derart, dass es nahezu unmöglich ist, nicht direkt „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas im Anschluss zu lesen. Und „Das verborgene Tor“ macht so viel Lust auf eine (weitere) Lesereise nach England, dass es mir jetzt noch in den Fingern juckt, einen Besuch bei Mr. Darcy und Lizzy in Erwägung zu ziehen.


Fazit


Spaß! Diese Reihe macht einfach und uneingeschränkt Spaß! Ich neige in aller Regel nicht dazu Reihen in einem Rutsch zu lesen. Mich langweilen die Charaktere oftmals, oder bringen mich in Rage, weil ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen kann. Oder weil mir die Wendungen in den einzelnen Geschichten nicht unterschiedlich genug sind.

Natürlich stellt sich auch in dieser Reihe eine gewisses Schema F ein. Es ist aber nicht so drückend wie in anderen Reihen, weil die Settings so unterschiedlich sind, die Aufgaben für Anna und Sebastiano immer anders sind. Eva Völler löst dieses „Ach ja... jetzt passiert gleich dieses und jenes – Problem“ auf gekonnte Weise.



Empfehlung

Wer von Kerstin Gier die Edelstein Trilogie gelesen und geliebt hat, wird sicherlich auch mit dieser Reihe viele unterhaltsame Lesestunden haben.

 

Bewertung



1 Kommentar:

  1. Huhu liebe Vanessa!

    Eine tolle Gesamtrezension der Reihe. Ich habe gerade "Auf ewig dein" ins Regal gestellt und möchte vor dem Lesen gerne noch die Zeitenzauber Reihe lesen. :) Gehört ja zusammen, sozusagen. ;)

    Toll, dass dir die Geschichten so gut gefallen haben. Da wächst meine Vorfreude auf Band 1 ungemein!

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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